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Schließung Krankenhaus Möckmühl

28.03.2017

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
nach der Berichterstattung in der Heilbronner Stimme vom 28. März 2017, in der ein Brief der Bürgermeister und Kreisräte im Jagst- und Seckachtal sowie von Herrn Dr. Andreas Lang an Landrat Detlef Piepenburg erwähnt wurde, möchten wir Ihnen nachfolgend den vollständigen Inhalt des Briefes wiedergeben, da es nicht möglich war, dass die Heilbronner Stimme diesen im Rahmen der Berichterstattung in vollem Umfang veröffentlicht.


Uns liegt sehr viel daran, dass Sie sich ihre Meinung auf der Grundlage unserer kompletten Argumentation bilden können.


Herzliche Grüße
Jürgen Olma, Bürgermeister

 

 

Schließung SLK-Klinik Möckmühl
Mögliche Nachfolgelösungen

Sehr geehrter Herr Landrat,
mit großem Erstaunen mussten wir am 08.03.2017 der Heilbronner Stimme entnehmen, dass die SLK-Klinik beabsichtigt, in Möckmühl evtl. einen Neubau auf einem Areal zu erstellen, das - wie Ihnen sicher vollumfänglich bekannt ist - nach der Hochwassergefahrenkarte des Landes Baden-Württemberg im Bereich der HQ100- Überschwemmungsgebiete, teilweise sogar im Bereich der HQ50-Überschwemmungsgebiete liegt. Wie dort im Zweifelsfall bei Hochwasserereignissen eine siebentägige Versorgungssicherheit für Patienten à 24 Stunden täglich gegeben sein soll, erschließt sich für uns momentan nicht.


Weiterhin konnten wir dem Bericht entnehmen, dass die SLK nach eigenen Angaben einige Mediziner überzeugen konnte und gute Chancen für die Bereiche Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie, HNO und Allgemeinmedizin in einem Ärztehaus in Möckmühl sieht. Hierzu ist festzustellen, dass die genannten Bereiche bisher alle vollständig in Möckmühl vorhanden sind, und dadurch keinerlei Verbesserung gegenüber dem bisherigen Versorgungszustand der Bevölkerung in unserer Raumschaft gegeben sein wird. Ergänzend weisen wir darauf hin, dass auch bereits ein Kinderarzt in Möckmühl ansässig ist, und auch radiologische Untersuchungen im bisherigen Klinikum möglich sind.


Generell möchten wir feststellen und auch fordern, dass ein stationärer Bereich, zumindest in einem Umfang von 30 bis 40 Betten im Ärztehaus in Möckmühl aus unserer Sicht zwingend weitergehen muss. Dies ergibt sich schon allein aus der Tatsache, dass das Plattenwaldkrankenhaus schon heute nicht mehr in der Lage ist, alle Patienten dort stationär nach Operationen zu behandeln, sondern dass nahezu täglich Patienten zur stationären Behandlung vom Plattenwald nach Möckmühl verlagert werden. Wenn nun im Plattenwald ein Ausbau von weiteren 50 Betten erfolgt und in Möckmühl 100 Betten abgeschafft werden, wird die Kapazität im Plattenwald keinesfalls ausreichend sein, sondern es entstehen noch weitere fehlende Bettenkapazitäten. Weiterhin sollen ja die bisher circa jährlich stattfindenden 500 bis 550 Eingriffe der Endoprothetik, zu einem wesentlichen Teil in den Plattenwald verlagert werden, was zusätzlich noch zu weiteren Überkapazitäten in der Bettenbelegung führen würde.


Außerdem ist aus unserer Sicht festzustellen, dass das bisher vorhandene und hervorragend eingespielte Team in Möckmühl, herausragende Arbeit leistet und uns nach einer Vielzahl von Gesprächen mit diversen kompetenten Personen unisono mitgeteilt wurde, dass eine derart „produktive Abteilung“ auf gar keinen Fall rote Zahlen schreiben kann. Jede Klinik im näheren und weiteren Umkreis würde sofort und mit Handkuss das Team unter Führung von Chefarzt Dr. Schropp übernehmen und in den jeweiligen Klinikbetrieb integrieren. Auch die Tatsache, dass scheinbar evtl. private Klinikbetreiber am Erwerb des Klinikums interessiert sind, dokumentiert zweifelsfrei, dass eine Weiterführung der Klinik in Möckmühl - ggf. in einer modellierten Version - nicht nur sinnvoll und praktikabel, sondern für die Patientenversorgung im ländlichen Raum zwingend erforderlich, und vor allem auch wirtschaftlich möglich wäre. Denn kein einziger wirtschaftlich denkender Klinikbetreiber würde sich eine defizitäre Abteilung ins Haus holen. Insoweit sind alle bisher gemachten Aussagen und Ausführungen von Herrn Dr. Jendges unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit mehr als in Zweifel zu ziehen. Deshalb ist unsere Forderung der einzig sinnvolle, wirtschaftlich tragbare und für die Patientenversorgung im ländlichen Raum gangbare Weg aus dem im Moment gegebenen Dilemma.


Wir müssen weiter feststellen, dass eine Verzahnung im Bereich ambulanter/stationärer Versorgung bereits heute gegeben ist, dies belegt z. B. die heute schon vorhandene Zusammenarbeit mit der Praxis Dr. Andreas Lang. Die Klinik in Möckmühl ist im Gesamtverbund von SLK bei der Endoprothetik der weitaus größte Versorger von Patienten mit jährlich ca. 500 bis 550 Operationen. Das Klinikum am Gesundbrunnen darf entsprechende Operationen der Knie-Endoprothetik nach unserem Kenntnisstand nicht mehr durchführen. Das Klinikum am Plattenwald ist und war zu keiner Zeit in der Lage, eine derartige Anzahl zu bewältigen. Dies bestätigt allein schon die Tatsache, dass die sogenannte Überleitzeit in Möckmühl ca. nur 1/3 so groß und so lang ist, wie im Plattenwaldkrankenhaus.

 

Und erlauben Sie uns an dieser Stelle die Anmerkung, wenn diese Abteilung derart hoch defizitär wäre, wie es uns die ganze Zeit suggeriert wird, müsste eigentlich ein wirtschaftlich denkender Klinikgeschäftsführer eine solche Abteilung komplett wegfallen lassen, wenn eine Klinik geschlossen wird, und nicht versuchen, Teilbereiche davon in ein anderes Klinikum, hier die Klinik am Plattenwald, umzusiedeln, da er sich dadurch zukünftig schon jetzt scheinbar hoch defizitäre Teilbereiche erhält. Was macht dann die Schließung noch für einen Sinn, wenn das vorhandene Defizit übernommen wird?


Belegt werden können unsere Aussagen sicher auch z. B. mit einem Vergleich in Richtung Vulpiusklinik Bad Rappenau, dort lebt das Klinikum von der Endoprothetik und wird nach unserem Kenntnisstand derzeit sogar in größerem Umfang erweitert.
Auch die arthroskopischen Leistungen von Frau Oberärztin Wischmeyer sind nach unseren Recherchen ein Bereich, der uneingeschränkt schwarze Zahlen schreibt.


Die bisher immer ins Feld geführte Argumentation, dass keine Nachfolgeärzte gewonnen werden können, entspricht leider auch nicht den gegebenen Tatsachen. In einigen Bereichen sind bereits heute junge und interessierte mögliche Nachfolgeärzte in der sogenannten „Krankenhaushierarchie“ da, die nach unserem Kenntnisstand bereit sind, in der Nachfolge weiterhin in Möckmühl tätig zu sein und in der Gegend bereits Wohnimmobilien erworben haben. Einzig ein Oberarzt ist vor kurzer Zeit „abgewandert“, dies ist aber allein der Tatsache geschuldet, dass er aufgrund der momentanen Konstellation keine Zukunftsperspektiven mehr im Krankenhaus in Möckmühl gesehen hat.


Weiterhin konnten wir in Erfahrung bringen, dass bei „Gesprächsrunden“ im Krankenhaus in Möckmühl, seitens der auf Arztpraxenbau, -einrichtung und -sanierung spezialisierten Firma Mayer erläutert wurde, dass die grundsätzliche bauliche Substanz in Möckmühl inklusive Sanitär- und Elektroinstallation in einem ordentlichen Zustand wäre.


Auch das von Herrn Dr. Jendges in vergangenen Diskussionen immer ins Feld geführte Argument der Fallpauschalenreduzierung ab dem 01.01.2017 um 20 % muss verworfen werden, da in diesem Fall - wie oben bereits ausgeführt - das angebliche Defizit dieser Abteilung ja zukünftig noch um ein Vielfaches höher werden würde, wenn die bisherigen Aussagen den Tatsachen entsprechen.
So bietet eine Fortführung der Klinik in dem zumindest von uns geforderten Umfang die zusätzliche Möglichkeit, dass die bisher vorhandene Belegbettensituation weitergeführt werden könnte (z. B. HNO) und Notfall- und Akutversorgungen in dem jeweils möglichen Umfang schnell, und vor allem zum besten Wohle der Patienten, vor Ort erfolgen könnten, bevor dann ggf. eine Weiterverlegung im Rahmen des Klinikverbundes erfolgen kann, soweit umfangreichere medizinische Versorgungen dies erfordern.


Zusammengefasst müssen wir deshalb nochmals in aller Deutlichkeit feststellen, dass eine Weiterführung des Krankenhauses in Möckmühl - wenn auch sicher in etwas modellierter Form - für die auch politisch allzeit gepriesene Stärkung des ländlichen Raumes, aber vor allem für die Patientenversorgung in unserer Raumschaft, zwingend notwendig und geboten ist. Sowohl die Argumente der angeblich nicht vorhandenen Wirtschaftlichkeit, als auch die Argumente der angeblich nicht vorhandenen Versorgung mit entsprechendem Fachpersonal durch Ärzte oder Mitarbeiter in der Pflege, entbehren nach unseren vielfältigen Recherchen und Gesprächen eigentlich jeglicher Grundlage; und sind seitens der Klinikgeschäftsführung auch bis heute nicht belegt worden. Wir fordern Sie deshalb auf, schnellstmöglich diese „Variante“ einer Zukunftslösung für das Krankenhaus in Möckmühl mit größtmöglichem Nachdruck zu unterstützen; und bedanken uns im Voraus vielmals für Ihr Verständnis und Ihre Hilfe.


Im Namen der Bürgermeister Michael Grimm, Roland Halter, Jürgen Olma und der Kreisräte Bruno Spohrer und Anne-Marie Traub sowie Herrn Dr. Andreas Lang.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hebeiß, Bürgermeister

 

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